Energieeffizienz für KMU: verlorene Liebesmüh?

Veraltete Gebäude-Infrastruktur

Die Energiekosten machen bei KMU nur rund zwei Prozent der Gesamtkosten aus. Lohnt sich Energieeffizienz für KMU bei den derzeit tiefen Energiepreisen überhaupt? Wir werfen einen Blick hinter die Schlagworte und erklären Ihnen, wie Sie die Payback-Falle vermeiden.

Schlechte Energieeffizienz ist oftmals auf eine veraltete oder konzeptionell nicht weiterentwickelte Gebäude-Infrastruktur zurückzuführen. Doch fällt das heute überhaupt ins Gewicht? Bei KMU machen die Energiekosten durchschnittlich rund zwei Prozent der Gesamtkosten aus. Und bei den Lebenskosten eines Gebäudes fallen nur rund 20 Prozent bei dessen Bau an. Der weitaus grössere Teil entsteht während der Nutzung eines Gebäudes. In Kombination mit den derzeit tiefen Energiepreisen erscheinen Investitionen in Energieeffizienz folglich nicht sehr lohnenswert. Insbesondere wenn Betriebsunterbrüche nur bedingt möglich sind, um solche Massnahmen umzusetzen. Überspitzt gesagt: Es spielt keine grosse Rolle, ob die Kälteanlage kühlt, wenn gleichzeitig die Heizung wärmt, solange das Klima optimal ist.

Payback-Falle führt zu Investitionsstau

Gemeinsam ist allen Energieverbrauchern für Heizen oder Kühlen, dass sie Strom, Gas oder Öl benötigen: Ihre Kosten sind direkt vom Tarif abhängig, den Unternehmen mit ihren Energieversorgern aushandeln können. Deshalb tendieren viele Unternehmen intuitiv dazu, diesen Tarif als erste Effizienz-Massnahme anzugehen. Damit tappen sie in die Payback-Falle. Unrealistisch kurze Payback-Vorgaben erzeugen einen Investitionsaufschub und verunmöglichen sinnvolle oder überfällige Erneuerungen der Infrastruktur für Heizung, Lüftung und Klima (HLK). Denn tiefe Energiepreise verlängern bekanntlich die Payback-Zeit.

Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit

Doch diese Reduktion auf eingesparte Energiekosten greift zu kurz. Heute steigen die Anforderungen an die Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit von beispielsweise hoch ausgelasteten Produktionsanlagen oder IT-Systemen. Oder können Sie auf solche Anlagen in Ihrem Unternehmen auf längere Zeit verzichten? Gerade solche Anlagen sind auf eine ununterbrochene Versorgung mit Energie angewiesen. Sonst kommt es zu Produktions- oder Betriebsausfällen, die im schlimmsten Fall Folgekosten in Millionenhöhe verursachen.

Lohnenswert: Energie-Experten mit Branchenkenntnissen

Wie sollten Sie also beim Thema Energieeffizienz vorgehen? Die energetische Infrastruktur von Unternehmen ist immer sehr individuell. Deshalb sind Energie-Experten mit Kenntnissen spezifischer Produktions- oder Betriebsprozesse gefragt. Einfaches Abhaken von allgemeinen Checklisten reicht hierbei nicht aus. Zudem liefern Ihnen solche Experten Zahlen und Fakten zu Ihren Anlagen.

Drei Gründe sprechen für Energieeffizienz

Der optimale Betrieb von gebäudetechnischen Anlagen ist also nicht bloss eine Frage der Effizienz. Drei zentrale Punkte sprechen für die Investition in Energieeffizienz:

  1. Sie erhalten aufgrund einer individuellen Analyse ein besseres Verständnis für Ihre energetische Infrastruktur und deren Abhängigkeiten. Dadurch legen Sie die Basis für künftige Investitionsentscheide, die auf Zahlen und Fakten basieren.
  2. Sie steigern die Produktivität mit effizienteren Anlagen und reduzieren gleichzeitig Produktions- oder Betriebsausfälle. Kurz: Sie erhöhen Ihre Betriebssicherheit.
  3. Und schliesslich können Sie mit ihrem Unternehmen beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit punkten. Dies wiederum macht sie attraktiver bei
    Geschäftskunden und auch Investoren, die in ökologisch ausgerichtete Unternehmen investieren.

Energieeffizienz ist bei KMU also keine verlorene Liebesmüh. Sie zahlt sich mehrfach aus. Machen Sie deshalb die gesamte Rechnung. Es lohnt sich.

Unsere Energieberater informieren Sie auch über aktuelle Förderprogramme für KMU.

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