Neues Energiegesetz seit 2018 – so profitieren Unternehmen von der Rückerstattung des Netzzuschlags

Rückerstattung Netzzuschlag Symbolbild

Seit Jahresbeginn ist das neue Energiegesetz in Kraft. Für Verantwortungsträger eines Unternehmens als auch für Privatpersonen wird vor allem ein Aspekt spürbar – die Erhöhung des Anteils der Einspeisevergütung auf dem Elektrizitätsbezug und die Förderung von Photovoltaikanlagen. Prüfen Sie Ihren Anspruch auf Rückerstattung des Netzzuschlags mit unserem Quick-Tool.

Im Mai 2017 hat das Schweizer Stimmvolk dem neuen Energiegesetz zugestimmt. Stromintensive Unternehmen können sich den Netzzuschlag zur Förderung von Strom aus erneuerbaren Energien auf Gesuch hin und bei Erfüllung bestimmter Anforderungen teilweise oder vollständig zurückerstatten lassen. Vorallem für Unternehmen mit relativ tiefen Personalkosten kann sich dies lohnen – Rückerstattungen im fünfstelligen Bereich sind möglich.

Elektrizitätskosten steigen um knapp 6 Prozent

Alle Stromkonsumenten bezahlen einen Zuschlag pro verbrauchter Kilowattstunde, den sogenannten Netzzuschlag. Er erhöhte sich mit Eintritt des revidierten Energiegesetzes am 1. Januar 2018 von 1,5 Rp./kWh auf den höchstzulässigen Wert von 2,3 Rp/kWh. ENGIE hat die Energiedaten von 72 Industriebetrieben ausgewertet. Diese Auswertung hat ergeben, dass durch die Erhöhung des Netzzuschlages die Elektrizitätskosten für Unternehmen um knapp 6% ansteigen werden. Die Netzzuschläge gelangen in einen nationalen Fonds und kommen diversen Förderprogrammen zu Gute. Dieser Fonds wird neu vom Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und nicht mehr von der Stiftung Kostendeckende Einspeisevergütung verwaltet.

Wie kann Ihr Unternehmen profitieren?

Unternehmen mit einem hohen Elektrizitätsbezug können sich mit Abschluss einer sogenannten Zielvereinbarung vollständig oder teilweise vom Netzzuschlag befreien lassen. Darin muss unter anderem nachgewiesen werden, dass das Unternehmen mindestens 20’000 Franken pro Jahr für den Netzzuschlag bezahlt. Dies entspricht einem minimalen Elektrizitätsbezug von 870’000 kWh pro Jahr. Ist dieses erste Kriterium erfüllt, müssen die gesamten Elektrizitätskosten mindestens 5 Prozent der Bruttowertschöpfung entsprechen. Neu können zu den Elektrizitätskosten, welche von den Energieversorgern und Netzanbietern verrechnet werden, auch noch die Kosten des Netzzuschlags sowie die Kosten für den Betrieb und Unterhalt von Arealnetzen addiert werden. ENGIE stellt ein einfaches Quick-Tool zur Berechnung dieser Grössen kostenlos zur Verfügung. Überprüfen Sie den Anteil des Netzzuschlags an der Bruttowertschöpfung Ihres Unternehmens hier kostenlos.

Privatpersonen profitieren dank Photovoltaik-Förderung

Das revidierte Energiegesetzt fördert ausserdem die Installation von Photovoltaikanlagen. Bis längstens 2030 werden aus dem durch den Netzzuschlag gespiesenen Fonds neue Anlagen mit einer Einmalvergütung direkt unterstützt. Das bedeutet, dass der Bau einer Anlage einmalig finanziell unterstützt wird. Die Förderung erfolgt bei Anlagen bis 100 kWp als Einmalvergütung und beträgt höchstens 30 Prozent der Investitionskosten einer Referenzanlage. Davon können sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen profitieren. Die Vermarktung der überschüssigen Elektrizität ist jedoch Sache des Eigentümers. Ideal ist dabei ein möglichst hoher Anteil an selbst genutzter Energie.
ENGIE hat 33 Anlagen aus dem Jahr 2017 mit den aktuell gültigen Förderansätzen berechnet. Das Resultat ist ein durchschnittlicher Förderbeitrag von 20 Prozent im Vergleich zu den Investitionskosten. Berücksichtigt wurden Anlagen zwischen 4 kWp und 30 kWp. Diese Anlagegrössen repräsentieren die typischen Grössen für Ein- und Mehrfamilienhäuser.

Ausblick 2020: Steuerliche Erleichterungen und CO2-Gesetz

Im Unterschied zum Energiegesetz tritt die Revision des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer erst am 1. Januar 2020 in Kraft. Dies betrifft neu die Einführung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Rückbaukosten für Neubauten und die Übertragbarkeit von Energieinvestitionen und Rückbaukosten in verschiedenen Steuerzeiträumen. Das eidgenössische Finanzdepartement führt derzeit eine umfassende Revision der Liegenschaftenkostenverordnung durch, welche die steuerlichen Regelungen für Gebäude festlegt. In den kommenden zwei Jahren werden die Kantone ebenfalls ihre Steuergesetzgebung anpassen, so dass die Reformen gleichzeitig für die direkte Bundessteuer, die kantonalen und kommunalen Steuern ab 2020 in Kraft treten werden.

Auf Grund des neuen Energiegesetztes werden auch die entsprechenden Verordnungen komplett überarbeitet. ENGIE wird darüber sowie über den Ausgang der aktuell laufenden Lesung der Räte zum CO2-Gesetz informieren. Das aktuelle CO2-Gesetz ist noch bis 31.12.2020 gültig.

 

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