Mit korrekter Instandhaltung zum störungsfreien Betrieb

Eine Anlage kostet Geld – auch im Unterhalt. Wer die richtige Strategie zur Instandhaltung wählt, erhöht die Lebensdauer der Anlage und optimiert Kosten und Aufwand. Mit den richtigen Kennzahlen erkennt man Störungen frühzeitig und vermeidet Ausfälle. Beachten Sie diese sieben Fragen zur Instandhaltung und verbessern Sie damit die Sicherheit und Verfügbarkeit Ihrer Anlage.

Maschinen, Anlagen und technische Objekte müssen aus Gründen der Sicherheit, Verfügbarkeit und den gesetzlichen Bestimmungen regelmässig aktiv oder situationsbedingt reaktiv instand gehalten werden. Je nach Instandhaltungsstrategie ergeben sich Potenziale die Kosten sowie die Anlagenverfügbarkeiten zu optimieren.

Was ist Instandhaltung?

Jede Maschine, jede Anlage, jedes technische Objekt benötigt in der Nutzungsphase Pflege. Basis dafür bildet die DIN 31 051, die Norm zu den Grundlagen der Instandhaltung. Sie unterscheidet die Tätigkeiten Wartung, Inspektion, Instandsetzung (inklusive Störungsbehebung) und Verbesserungen. Die Wartung beinhaltet die Massnahmen zur Bewahrung des Sollzustandes. Bei der Inspektion wird der Ist-Zustand beurteilt. Und die Instandsetzung führt zur Wiederherstellung des Soll-Zustandes.

Wie erstellt man einen Instandhaltungsplan?

Jede Anlage ist anders. Deshalb benötigt jede Anlage einen eigenen Instandhaltungsplan. Der Vorteil eines Plans: er erhöht die Sicherheit, verbessert die Verfügbarkeit der Anlage und reduziert die Instandhaltungskosten. Um einen individuellen Plan zu erstellen, müssen folgende Fragen zum Objekt beantwortet werden:

1. Wie wichtig ist die Anlage bezüglich Verfügbarkeit?

2. Wie lange darf die Anlage bei einem Ausfall still stehen?

3. Ist eine Zweitanlage vorhanden?

4. Sind Ersatzteile an Lager? Und wie schnell sind sie verfügbar?

5. Sind interne oder externe Fachressourcen schnell verfügbar?

6. Wie alt ist die Anlage? Sind Ersatzinvestitionen geplant?

7. Sind Mess- und Alarmierungssysteme installiert, die ein rechtzeitiges Eingreifen ermöglichen?

Auf Basis der gewonnenen Informationen der sieben Fragen zur Instandhaltung, kann je Anlage die Instandhaltungsstrategie festgelegt werden.

Richtige Instandhaltungsstrategie wählen

Wir unterscheiden drei Typen von Instandhaltungsstrategien:

1. Vorbeugende Instandhaltung
Die Strategie basiert auf Zeitintervallen oder Maschinenlaufzeiten. Der Gesetzgeber oder die Herstellerangaben geben die Kontrollen vor.

2. Zustandsorientierte Instandhaltung
Die Instandhaltung erfolgt in regelmässig wiederkehrende Einzelmessungen oder durch online Messsysteme mit entsprechender Alarmierung. Abhängig von dem erfassten oder gemessenen Zustand, wird der richtige Zeitpunkt für ein Eingreifen signalisiert.

3. Ausfallstrategie
Wenn die Randbedingungen es zulassen (zum Beispiel ausreichende Anlagenredundanzen) wird die Anlage ohne Inspektions- und Wartungsaufwendungen bis zu deren Versagen weitergefahren. Sämtliche Sicherheitsanforderungen müssen dabei zwingend erfüllt sein. Diese Strategie kommt gerne zur Anwendung, wenn die Kosten für eine Wartung (z.B. grosse Anlagen-Revision) deutlich über 50 Prozent der Kosten für eine Ersatzinvestition liegen oder wenn der Bedarf soweit zurückgegangen ist, dass Anlagenüberkapazitäten vorliegen.

Kennzahlen als wirksame Prävention

Sind die Änderungen im Instandhaltungsplan wirksam? Funktioniert die neue Anlage besser als die Alte? Individuell erstellte Kennzahlen helfen weiter, die Veränderung des Plans messen zu können.
Diese Kennzahlen sollten Auskunft geben über:

  • Anzahl und Aufwand (Stunden, Material) für Störungen: Ziel ist es zu wissen, welcher Aufwand für die Behebung von Störungen generiert wird.
  • Aufwand (Stunden, Material) für Inspektionen, Wartungen und Reinigungen: Mit diesen Angaben können übermässiger Verschleiss oder kleinere Schäden identifiziert werden, bevor es zu ungeplanten Ereignissen kommt.
  • Aufwand geplante Instandhaltung: Erfasst wird hier der Aufwand für die planmässig durchgeführten Instandhaltungsaufträge.
  • Aufwand für Veränderungen: Hier werden die Aufwendungen erfasst, die durch Anpassungen oder Veränderungen generiert werden, um das System neuen Anforderungen anzupassen oder Schwachstellen zu eliminieren.

Es hilft, sämtliche personelle und materielle Aufwände in einer Datenbank zu erfassen. Daraus können aussagekräftige Reports und Schlussfolgerungen zur Sicherheit und Verfügbarkeit der Anlage gezogen werden. Diese Informationen dienen auch der Beurteilung für die Planung von Ersatzinvestitionen.

Liegen diese Informationen nicht oder nur teilweise vor, besteht die Möglichkeit durch einen Experten eine Zustandsbeurteilungen vornehmen zu lassen. Eine solche Beurteilung ist der ideale Startpunkt für die Planung von Ersatzinvestitionen und einer Instandhaltungsoptimierung.

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Die Eigentümer der Objekte möchten hochverfügbare Anlagen und Maschinen. Und das zu möglichst tiefen Instandhaltungskosten. An sich grundsätzlich gegenläufige Anliegen, die sich nur in der individuellen Betrachtung der einzelnen Objekte optimieren lassen.

Quelle: Vogel Business Media

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