Wo Innovation Tradition hat

Der Stücki Park in Basel wächst mit vier neuen Labor- und Bürogebäuden zu einer festen Grösse im Life-Science-Cluster der Region. ENGIE plant und realisiert in diesem Grossprojekt die Heiz-, Kühl- sowie Sanitärtechnik und stellt damit einmal mehr ihr Know-how als Komplettanbieterin unter Beweis.

Die Chemie- und Pharmaindustrie prägt Basel seit dem 19. Jahrhundert. Im Norden der Stadt wird ihre Erfolgsgeschichte nun weitergeschrieben. Auf dem Stücki-Areal entstehen parallel zum bereits bestehenden Technologiepark und dem Shopping-Center vier neue Gebäude mit Labor- und Bürogeschossen. Die bestehenden Labor- und Büroflächen werden damit um rund 27 000 m2 auf über 60 000 m2 erweitert. Die Bauherrin Swiss Prime Site beauftragte das Totalunternehmen (TU) Halter Gesamtleistungen mit der Umsetzung. Aufgrund der Projektgrösse und weil mit dem Mieterausbau der Labore höchste Kompetenz in Spezialausstattungen gefragt war, setzte Halter auf ENGIE für die Heiz-, Kühl- und Sanitärlösung. Die Ausführungs- und Montageplanung wurde im BIM-Standard durchgeführt. In diesem Jahr sind die ersten beiden Gebäude bezugsbereit: ein reines Bürogebäude, das planmässig im Oktober fertiggestellt wird, und eine Mischgebäude aus Labor- und Arbeitsplätzen, das auf Kundenwunsch bereits in Betrieb gesetzt wurde. 2023 folgt die Fertigstellung der zwei weiteren Gebäudekomplexe.

Im Dienste für Forschung und Wissenschaft

In der Gebäudetechnik und Reinstmedienversorgung von Laboren verfügt ENGIE über langjährige Erfahrung, die sie bereits in zahlreichen Projekten erfolgreich einsetzte. Auch im Stücki Park schaffte sie mit hochwertigen Lösungen die optimalen Voraussetzungen für Forschung und Wissenschaft. Um sicherzustellen, dass möglicherweise mit Chemikalien kontaminiertes Wasser nicht in die allgemeine Trinkwasserversorgung gelangt, hat ENGIE die Labore mit einem separaten Wasserkreislauf erschlossen. Eine zusätzliche Versorgungsanlage liefert Reinstwasser für den Laborbedarf ‒ entmineralisiert, nicht leitfähig und mit einem Sterilfilter entkeimt. Ausserdem wurden die Leitungen für Gase wie Helium, Kohlendioxid, Stickstoff und Argon sowie Druckluft zu den einzelnen Laborstationen verlegt.

ENGIE sorgte auch für die in Laboren benötigte konstante Raumtemperatur von 24 bis 26 Grad. Die Laborgeräte und Sterilisationsapparate erzeugen schnell Abwärme und damit hohe innere Lasten. Deshalb ist eine starke Kühlleistung gefragt, die Klimadecken nicht erbringen können. Im Stücki Park kommen spezielle Umluftgeräte mit einem sogenannten Swirl-Auslass zum Einsatz. Entgegen herkömmlicher Umluftgeräte mit vier Auslassen ‒ einem an jeder Seite ‒ erzeugt die kreisrunde Variante mit einer geregelten Drallströmung eine optimale Wurfweite, Ausblasrichtung und gute Raumdurchmischung. So werden Schattenzonen vermieden und die Temperaturdifferenz zwischen Zuluft und Raumluft kann schnell abgebaut werden. Mit seiner intelligenter Regelung, einem hohen Hygienestandard und einer attraktiven Optik bringt das System die individuelle Raumklimatisierung im Labor auf den Punkt.

Weisses Klimagerät an Decke

Optimales Raumklima am Arbeitsplatz

Ästhetik spielte auch bei der Auswahl der Heiz- und Kühltechnik für die Büroräume eine wichtige Rolle. Um ein hohes Mass an Flexibilität für einen zukünftigen Mieterausbau zu erreichen, legte das TU zudem grossen Wert auf eine modulare Bauweise. Die Bürobereiche werden mittels Heiz- und Kühldeckenelementen klimatisiert, die rasterartig angeordnet sind und sich im Raum optisch zurücknehmen. Es wurden parallel verlaufende, schmale Bereiche ausgespart, um nachträgliche Raumtrennungen zu ermöglichen. So werden sich zukünftig bis zu vier Mieter ein Geschoss teilen können. Die Module wurden in einer Grösse vorgefertigt, die mit dem Aufzug leicht zu transportieren sind. So können sie je nach Mieterwunsch einfach nachgerüstet oder ausgetauscht werden.

Decke mit Aufteilung

Bei der Auswahl der gebäudetechnischen Infrastruktur in den Büroräumen ist die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden ein entscheidendes Kriterium. Um effizient arbeiten zu können, ist es wichtig, sich im Raum wohlzufühlen. Die thermische Behaglichkeit wird durch die grossflächigen Deckensegel geschaffen, die je nach Witterungsbedingungen reguliert werden können. Sie ermöglichen eine gleichmässige Wärmeverteilung ohne Zugluft und können mit geringen Vorlauftemperaturen geheizt werden. Da für das Wärmeempfinden nicht die gesamte Luft erhitzt werden muss, ist der Energieeinsatz sehr gering.

Die Heiz- und Kälteleistungen für die einzelnen Gebäude im Stücki Park betragen beim Bürogebäude bis 830 kW und den Laborgebäuden 1700 kW. Der Fernwärmebezug erfolgt über die Industriellen Werke Basel (iwb).

Sprung in die rollende Planung

Der Basler Chemie- und Pharmaproduzent Lonza ist bereits ein wichtiger Mieter im bestehenden Teil des Stücki Parks. Jetzt baut das Unternehmen seine Präsenz weiter aus. Während der Bauphase des neuen Mischgebäudes entschied Lonza, hier weitere 8000 m2 anzumieten. Der Bezugstermin wurde auf Wunsch des Kunden von Oktober auf Juni vorverlegt. Die Grundplanung, die gemäss TU-Submission bereits abgeschlossen war, musste nun aufgrund der individuellen Nutzerbedürfnisse weiter modifiziert werden. Ursprünglich waren in jedem Geschoss sowohl Büro- als auch Laboreinheiten geplant. Die Nutzungsstruktur des Pharmaunternehmens sah jedoch je drei reine Büro- und Laborgeschosse vor. Ausserdem wurden zusätzliche Anschlüsse für Medien des pharmazeutischen Bedarfs benötigt. Deshalb mussten zeitgleich mit dem Ausbaustart die gesamten Regelgeschosse einschliesslich des individuellen Mieterausbaus neu geplant und in der verkürzten Bauzeit umgesetzt werden. Dies führte zu einer rollenden Planung, in der die einzelnen Planungsschritte mit geringem Vorsprung zur Ausführung immer wieder aktualisiert und konkretisiert wurden. Und als BIM-Projekt geplant, mussten natürlich auch sämtliche Änderungen fortwährend im digitalen Bauwerksmodell nachgeführt werden. Die unvorhergesehene rollende Planung erwies sich als koordinative Herausforderung sowohl für die Planungsverantwortlichen als auch für die Bauausführung. Umso sinnvoller erwies es sich, dass ENGIE diese Dienstleistungen aus einer Hand erbrachte. Weil damit die Schnittstelle vom planenden zum ausführenden Unternehmen und die Fachbauleitung eingespart wurden, konnte die rollende Planung reibungslos, effizient und termingerecht umgesetzt werden. Die hohe Management- und Gesamtleistungskompetenz von ENGIE bedeutete bei der Realisierung des Mischgebäudes mit deutlich verkürzter Bauzeit also nicht nur einen wirtschaftlichen Gewinn, sondern sparte auch wertvolle Zeit.

Im Stücki Park stellt ENGIE einmal mehr ihren Innovationsgeist für nachhaltige und zukunftsfähige Gesamtlösungen unter Beweis. Dabei kam ihr vor allem ihre langjährige Erfahrung als Gebäudeprofi zugute. Als vor mehr als 180 Jahren die Gebrüder Sulzer in Winterthur mit dem Bau von Heizungsinstallationen begannen, hätten sie sich wohl kaum vorzustellen vermocht, welch vielfältiges Portfolio aus dem Unternehmen erwachsen würde. Der Name hat sich geändert, aber die Leidenschaft für Qualität und kundenorientiertes Handeln sind bis heute Anspruch und Antrieb von ENGIE Schweiz.